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Van Life mit Hindernissen

Elli on the Road oder „Van Life mit Hindernissen


Für alle, die uns genau verfolgen erst einmal dickes SORRY, dafür, dass es leider noch kein YouTube Video zu Ellis Geschichte gibt. Es gibt leider zu wenig Videomaterial um etwas daraus machen zu können, wird aber auf jeden Fall nachgeholt. Unser YouTube Kanal ist trotzdem schon mal online gegangen mit einem Video von Ostern 2014. Irgendwas wollten wir hochladen und fanden es ganz witzig…

Als Entschädigung gibt`s jetzt die komplette Geschichte zu Elli
zum Nachlesen, wobei die Geschichte noch nicht zu Ende ist...

Legen wir also los:

 

Wie ihr vielleicht wisst, erliegen wir seit Januar 2016 dem Reisefieber und es wird jedes Jahr schlimmer. Erst mit nichts, nur einem „CrashPad“ im Kofferraum und Zelt als Gepäckablage, dann letztes Jahr ständig mit Dachzelt unterwegs, heißt es jetzt „Van Life“. Ja, wir haben es getan und haben uns ein Wohnmobil geholt.

Warum wir damit jetzt zu Ostern nicht unterwegs sind...Moment...von Anfang an…

Es müsste Mitte Februar gewesen sein als mein Chef sagte „Aufträge sind genügend da, kannst dir ein Wohnmobil kaufen!“ und Mia äußerte „Ach, komm, lass uns ein Wohnmobil kaufen! Wenn nicht jetzt wann dann…?!“. Gut, das lässt sich der Waldi natürlich nicht zwei Mal sagen, also ging die richtige Suche los, nachdem die inoffizielle Suche bereits seit über einem Jahr im Gange war.

Da wir nicht so weit fahren wollten um uns mal eins anzuschauen, allein um einen Eindruck von der Größe zu bekommen, suchten
wir im Umkreis von 200 Km und was man da teilweise an Wohnmobilen bis 10.000 € findet ist erschreckend. Nun ja, da müssen wir jetzt damit leben und einfach gucken fahren. Spontan wie wir sind entschlossen wir uns an einem Sonntag Nachmittag mal in Richtung Osterzgebirge zu fahren. Da wir uns für ein Mobil mit Alkoven entschieden hatten, fiel die Wahl zu 80 % auf FIAT Ducato und genau so einen haben wir uns da angeschaut.

Zum Glück hatte ich vorher in eine gewisse Facebook Gruppe zum Thema
autarke Wohnmobile einfach mal das Teil in die Runde geworfen und konnte mit nützlichen Tipps zum Termin fahren. „Achte auf Rost vorn unter der Scheibe. Wenn da über der Motorhaube was ist, dann ist der durch!“ lautet ungefähr einer der Beiträge. Haben wir gemacht, Resultat: durch, großer Rostfleck auf der Beifahrerseite, aber von innen vermutlich drüber lackiert und die Spur zog sich unter dem Scheibengummi bis rüber zur Fahrerseite. Okay, gut. Auch so, war selbst für uns als Leihen einfach zu viel Reparaturbedarf. Um hier die Geschichte abzukürzen, muss ich erwähnen, dass andere Beiträge in der Gruppe beispielsweise lauteten „Höchstens 4.000 € für den Zustand!“ und so sahen wir die Sache nach langer Besichtigung ebenfalls. Der Verkäufer wollte dennoch 7.600 € haben.

Wie es der Zufall so will, verlinkte jemand aus der Gruppe ein echt schickes „Ducatolein“ für 10.500 €, allerdings zu verkaufen in den Niederlanden. Nach weiterer Suche, wurde uns klar – DAS wollen wir haben.
Fiat Ducato mit Knaus Aufbau und 1990 gebaut, also noch richtig schön eckig. Nun ja, wir haben uns dann tagelang darüber beratschlagt, mit Eigentümerin und dem Herrn, der uns dieses Wohnmobil empfohlen hat. Also wagten wir schließlich tatsächlich ein Wohnmobil aus den Niederlanden zu uns nach Sachsen zu immigrieren. Ob das alles klappen würde? Natürlich nicht, denn wir wären nicht die Waldis, wenn mal irgendwas ohne Probleme geht.

Dann hieß es warten, warten, warten und am 10. März war es schließlich soweit. Rambo und Mia blieben allein zu Haus und Waldi machte sich auf zu einer sehr langen Zugfahrt. Ach ja, zwei Tage vorher haben wir noch festgestellt, dass das bestellte Bahnticket auf das falsche Wochenende gebucht war. Danke an dieser Stelle an die verständnisvolle Bahn Mitarbeiterin, die uns nach Feierabend noch ein neues ausgestellt hat. Leider ohne Sitzplatzreservierung und teurer als das falsche Ticket. Und Gebühr für die Stornierung wurde auch noch berechnet. Trotzdem Glück gehabt es noch gemerkt zu haben und dass die Mitarbeiterin uns noch nach 18 Uhr an den Schalter gelassen hat.

Gut, Rucksack gepackt. Es muss jetzt nochmal (hatte es bei Instagram in der Story) raus: Salewa baut echt geile Rucksäcke, denn mein 65 Liter Backpack ist stolze 20 Jahre alt und hält wie vor 20 Jahren. Was man nicht alles für seinen Traum macht, denn Menschenmassen und Zug fahren sind jetzt nicht unbedingt Lieblingsdinge. Zur Zugfahrt wird es noch einen extra Artikel geben, Eindrücke, Erfahrung, Probleme etc. Nach ca. 9 Stunden dann endlich am Ziel angekommen, unweit von Aachen von der lieben Marion mit nun unserer „Elli“ abgeholt worden. Noch völlig überflutet von den Anstrengungen der Zugfahrt, gleich die nächste Überflutung: Waldi steht in seinem Wohnmobil und merkt sich wohl nicht mal die Hälfte der Erklärungen von Marion. Dann endlich, „Elli“ schnurrt wie ein Kätzchen und wir fahren über die Grenze nach NL.

Noch mehr Erklärungen, Kaffee und noch ein wenig Papierkram bis Waldi das erste Mal wie in der ersten Fahrstunde die erste Runde drehen durfte. Zum Glück mit Begleitung, denn
die alte Dame hat noch eine Schaltung wie ein Trabi – Schaltknüppel am Lenkrad. Aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Nun geht es in Richtung Sachsen. Kurzer Stopp auf einem großen Parkplatz vorm Shopping Center, Mia anrufen und informieren. Mittlerweile war es übrigens dunkel, trotzdem noch ein paar Kilometer fahren. Mit einer Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn zwischen 80 und 90 Km/h stellt sich das als schwierig heraus. Zwischen Köln und Siegen dann fix Stellplatz gesucht, mit Park4Night muss ich gestehen. Alles andere wäre, im neuen deutlich größeren Reisemobil als der Skoda mit Dachzelt, zu stressig geworden.

Es lässt sich gut schlafen im Alkoven, nur leider nicht lange, so unvollständig. Nach einer doch ziemlich abenteuerlichen Fahrt sahen dann gegen 15 Uhr am 11. März auch Mia und Rambo deren Zweitwohnung das erste Mal. Voll geil, also Parkplatz gesucht, alles erzählt und auf Montag gewartet. Mit der Niederländischen Zulassung also ab zur Zulassungsstelle zum Abmelden, denn Marion hat die niederländischen Kennzeichen dran gelassen, damit wir es überhaupt her holen konnten. Jetzt gehen die Probleme los, denn angeblich geht das nicht, muss aber, okay, nein, hier geht das nicht. Mittlerweile ist es nach Versicherungsbesuch und gefühlten hundert Telefonaten schon 12 Uhr, Nummernschilder inklusive Zulassung zum abmelden für fast 20 € nach NL geschickt. Vorher Kurzzeitkennzeichen geholt und an Elli befestigt.

Der DEKRA Gasprüfer
sollte zwischen 14 und 16 Uhr in Chemnitz verfügbar sein. Vorher noch schnell am Waldrand ein Brötchen gegessen, Mia war arbeiten, Rambo allein zu Hause. Nächste Station Camping Ausrüster in Chemnitz, Gasflasche rein und auf zur DEKRA. Ach Mist, keine Papiere dabei, auch nicht die vorläufigen Papiere, die lagen im Roomster. Schlüssel lag im Keller, vergessen. Also mit Elli nach Lugau zu dm Schlüssel holen und wieder nach Chemnitz. Dreiviertel vier. Phu, geschafft, aber die Rechnung hatte der Waldi wohl ohne den Gasprüfer gemacht. Deutschland und seine Aufkleber, äh, ich meine Vorschriften. Da fehlt natürlich nach 28 Jahren im Inneren vom Kühlschrank das Typenschild oder besser gesagt, man kann es einfach nicht mehr lesen. Nach der netten Begrüßung mit den Worten „Sind sie behindert?“, ein Schlag nach dem Anderen. Der Spruch kam deshalb weil am Lenkrad so eine Lenkhilfe befestigt war, wie beim Bagger oder früher bei manchen LKWs. Zurück zum Geschäft, ich bekomme keine Zulassung, weil Aufkleber fehlen? Deutschland du bist manchmal echt...nicht so toll…



Am Mittwoch dann alle zusammen frei, Erledigungen, Aufkleber bestellen, Kabel für Batterien holen, kurz ein paar schicke Fotos im Wald und alle Tanks leer gemacht. Schön unsere Elli, macht einen riesen Spaß mit ihr unterwegs zu sein. Zu blöd, dass wir warten mussten bis die Original Papiere aus den Niederlanden zurück bei uns sind. Das dauerte leider bis 19. März und vorher konnten wir gar nichts machen. Freitag noch fix Keilriemen spannen lassen in der Stammwerkstatt, mehr ging nicht. Da hier im Erzgebirge auch noch der Winter in dieser Woche zurück gekommen ist, haben wir uns entschieden die Elli stehen zu lassen.

Wieder haben wir die Rechnung ohne Deutschland und seine Bürger gemacht. Am Mittwoch um halb zehn hatte Elli nämlich ihr erstes Knöllchen, weil sie ja quasi unangemeldet auf dem Parkplatz vor dem Haus stand.
Polizei meinte am Telefon ich soll mir mal schnell einen Stellplatz suchen oder nochmal eine Kurzzeitzulassung besorgen. Also Donnerstag dann Elli wieder angemeldet, macht ja auch Sinn über das Wochenende. Wie auch immer, Aufkleber sind ja da und die gewünschte Lüftung für den Gaskasten in Form eines Rohres auch. Blindstopfen für die Gasleitungen besorgt, Herd und Kühlschrank abgeklemmt. Voller Zuversicht also nach der Arbeit am Freitag Nachmittag wieder zur DEKRA, gleicher Prüfer und diesmal wir zu Zweit. Mädchenbonus scheint zu funktionieren und er ist fast verzweifelt als er feststellte, dass das Lüftungsrohr nur 23 cm² Fläche aufweist anstatt 100 cm ² wie gefordert. Mit den Blindstopfen und den Aufklebern war alles in Ordnung, „ein Trauerspiel“ wie der Prüfer so schön sagte, denn sogar von unten sieht unsere Elli spitzenmäßig aus und trotzdem wieder keine Gasprüfung für unsere Elli und die Zulassung rückt in weitere Ferne.

Da muss also noch eine größere Öffnung rein und das soll mal lieber die Stammwerkstatt machen. Am Wochenende war dann Emma wieder bei uns, also Kinderunterhaltung, was selbst mit einem unangemeldeten Wohnmobil erstaunlich einfach ist. Sie wollte sogar mit basteln kommen. Also gut, basteln wir mal – Kühlschrank und Herd raus,
Kissen mit neuen selbstgenähten Bezügen rein – es kann los gehen. Ach nein, doch nicht, stimmt ja, ist ja nur ein Kurzzeitkennzeichen dran. Termin für die Werkstatt sinnvoller Weise für Montag noch ausgemacht gehabt und so machten wir am Sonntag, nach dem wir Emma zur Mutti gebracht haben, noch einen 1-stündigen Spaziergang. Wir fuhren nämlich den Roomi in die Nähe der Werkstatt und liefen mit Rambo wieder nach Hause. Das alles damit ich dann Montag Elli in die Werkstatt bringen konnte und von da aus direkt auf Arbeit düsen konnte. Überraschender Weise hat die Werkstatt noch am Freitag nachdem wir den Termin gemacht haben, einen mobilen Gasprüfer bestellt, allerdings erst nach Ostern. Wie auch immer, dort bekommt unser Ducatolein wenigstens keine weiteren Strafzettel oder schlimmer. Kurz gesagt (zu spät, wissen wir): unsere Stammwerkstatt hat jetzt Ellis Schicksal in der Hand.

 

Es bleibt also weiter spannend was unsere Elli angeht. Aber wir haben schon mal für die erste Reise vorgesorgt und einen YouTube Kanal eingerichtet um euch während unseren zukünftigen Reisen auf dem Laufenden halten zu können. Immer so viel schreiben ist dann doch manchmal nicht so toll, denn die Reiseberichte stapeln sich im Schrank, auf Papier und deswegen versuchen wir mit „Elli on the Road“ dann mal einen anderen Weg.

Auf bald, eure Waldis


p.s.: wir suchen übrigens noch jemand, der den Anschnallgurt zur Rückbank wieder anbringen kann, also falls jemand jemanden kennt, sagt Bescheid und schreibt uns einfach.